BUND Kreisgruppe Hochsauerlandkreis
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Wölfe im Jagdgesetz? ... warum wir dagegen sind

26. März 2026

Die Jagd schützt Weidetiere nicht und ersetzt auch keinen Herdenschutz

Wolf im Nationalpark Bayrischer Wald (c) meli1670 auf pixabay.com

Die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht und den grundlosen Abschuß von Wölfen in einer Jagdzeit lehnt der BUND ab.

Es gibt keine wissenschaftliche Grundlage dafür, dass eine Bejagung den Riss von Weidetieren verhindert oder im verhältnismäßigem Maße reduziert.

Es sei denn, die Population wird nahezu ausgerottet.
Das ist kein Gesetz zur Koexistenz des Menschen mit Wölfen.

Der Schutzgedanke aus der Berner Konvention und der FFH-Richtline wird aufgeweicht und ignoriert.

Statt Konflikte zu lösen, schafft das Gesetz neue, indem Rudel destabilisiert werden und neue unerfahrene Jungwölfe nachfolgen.

Die Entnahme von auffälligen Wölfen und jenen, die den Herdenschutz regelmäßig überwinden, ist jetzt schon über die FFH-Richtline möglich.

 

Getötete Weidetiere differenzieren:

Bei der Betrachtung der getöteten Weidetiere ist es allerdings wichtig, zu differenzieren. Laut Datenbank vom LANUK (Landesumweltamt) in NRW gibt es

- viele Falschmeldungen bei der die Todesursache der Weidetiere unklar ist

- sehr oft sind es Haushunde die Weidetiere gerissen haben

- überwigend ist kein Grundschutz für diese Weidetiere vorhanden gewesen

- bisher gab es im HSK keinen Weidetierriss durch den Wolf

- am 26.01.2025 gab es in Arnsberg einen Weidetierriss von einem Haushund. Auch hier war der Grundschutz nicht vorhanden

 

Anhand der Daten vom LANUK sehen wir, dass wir im HSK und auch in NRW kein “Wolfsproblem” haben!

 

Herdenschutz ist der beste Schutz

Derzeit sind bis zu 75 % der Nutztierrisse von Wölfen in Deutschland an ungeschützten Weidetieren zu verzeichnen.

Wir bedauern jedes einzelne Weidetier, welches gerissen wurde und finden es umso bedauerlicher, dass der Herdenschutz kaum Anwendung findet.

Für uns stehen weiterhin Monitoring, Herdenschutz, Behirtung und Herdenschutzhunde an erster Stelle.

 

Ungeschützte Weiden sind Trainingsräume für den Wolf

Genau das schafft weitere Probleme, indem Wölfe lernen, dass Weidetiere leichte Beute sind. Damit werden “Problemwölfe” erst geschaffen und genau das gilt es zu verhindern!


Herdenschutz bei uns in den Mittelgebirgen machbar?

Wie Herdenschutz, selbst in schwierigem Gelände wie den Alpen funktioniert, zeigen zwei sehr interessante Dokus unserer Kolleg:innen vom NABU.

Hier zeigen Weidetierhalter in den Schweizer Alpen, wie sie ihre Weidetiere vor Wölfen schützen.

Wölfe und Menschen - Wege zur Koexistenz (07/12):
Herdenschutz auf Almen und Alpen

Wölfe und Menschen - Wege zur Koexistenz (06a/12):
Schafe, Ziegen und Wölfe

 

Weitere wichtige Informationen zum Wolf und unsere Positionen finden Sie auf der Homepage des BUND NRW

https://www.bund-nrw.de/themen/wolf/

 

Quellen LANUK:
https://www.wolf.nrw/wolf/de/nutztierfaelle
https://www.wolf.nrw/wolf/de/nachweise
 

 

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