Schweine, Hähnchen und Co - Landwirtschaftliche Tierhaltung in NRW

Wer Tiere hält, hat Verantwortung! Für den BUND heißt das: Artgerechte Tierhaltung gemäß den Kriterien des Öko-Landbaus und von NEULAND.

Die Realität sieht oft anders aus: Auch in NRW fristen Millionen von Tieren in drangvoller Enge und unter massivem Antibiotikaeinsatz ein kurzes tristes Dasein. Noch immer werden Schnabelspitzen und Schwänze durchweg amputiert. Auslauf ins Freie? Fehlanzeige! 

Die Belastung vieler Gewässer, der Böden und unseres Grundwassers in Folge massiver Gülleausbringung hält an, Biodiversität geht verloren - bei uns wie auch in anderen Kontinenten, wo Futter für unsere Tierfabriken angebaut wird. Grasende Kühe auf der Weide zieren gerne die Verpackungen unserer Lebensmittel, draußen in der Landschaft sucht man sie allerdings immer öfter.

Zugleich vollzieht sich zwischen Eifel und Weserbergland ein rasantes "Höfesterben". Supermärkte und Discounter führen einen ruinösen Preiskampf auf dem Rücken der Bauern, Lebensmittel wie Milch und Schweinefleisch werden verramscht und in den Weltmarkt gedrückt, immer mehr bäuerlich geführte Betriebe geraten ins wirtschaftliche Aus.

NRW-Tierhaltung in Zahlen

Mehr als ein Viertel der bundesweit rd. 27,3 Mio Schweine werden in NRW gehalten. Mit 7,23 Mio Schweinen (3,56 Mio Mastschweine, 1,31 Mio Jungschweine, 420.800 Zuchtsauen und 1,93 Mio Ferkel) ist NRW und vor allem das Münsterland ein regionaler Schwerpunkt der deutschen Schweineproduktion.

Hinzu kommen 1,4 Mio Rinder, davon 423.000 Milchkühe, 11,5 Mio Hühner (davon 5,2 Mio Masthähnchen und 3,6 Mio Legehennen) und 1,53 Mio Puten sowie rd. 300.000 Gänse und Enten.

BUND-Recherchen zeigen, dass allein im Zeitraum 2012 -2015 in Nordrhein-Westfalen 730.000 neue Mastplätze für Masthühner, mehr als 51.000 Mastplätze für Puten und knapp 50.000 für Schweine beantragt wurden. Auch hier liegt liegt mit den Kreisen Steinfurt, Warendorf und Coesfeld das Münsterland weit vorn. Schwerpunkt der Putenhaltung in NRW ist der Kreis Kleve am Niederrhein.

Da bei Masthühnern mit einer Lebensdauer von 5-6 Wochen jeder Mastplatz im Jahresverlauf gleich mehrfach belegt wird, bedeutet der Stallneubau unterm Strich eine Zunahme von mehreren Mio. zusätzlich gemästeten Tieren im Jahr. 

Böden mit langem Gedächtnis - und massenweise Borstenvieh

BUND: Tierhaltung umbauen - ehrliche Preise statt Billigfleisch

Die Entwicklung der konventionellen Tierhaltung führt auch in NRW immer weiter in die Sackgasse. Der BUND fordert deshalb einen umfassenden Umbau der Tierhaltung: Mit klarer Bindung der Anzahl der Tiere an die zur Futtermittelerzeugung zur Verfügung stehenden Fläche, deutlich verbesserten Haltungsbedingungen und ehrlichen Preisen, die die wahren Kosten der Tierhaltung z.B. für die Aufbereitung von mit Nitrat verunreinigtem Grundwasser und für klimaschädliche Emissionen von Methan und Lachgas einschließen.

Schon heute kann jede/r beim täglichen Einkauf mitentscheiden, wie Tiere gehalten werden. Hierzu haben wir einige BUND-Tipps zusammengestellt, z.B. der Fleischatlas 2016, kein Ei mit der 3 oder Fleisch und Wurst - artgerecht!

... mehr dazu in den Ökotipps und beim BUND-NRW



Bild: Sabine Kaufmann

BUND Fledermaushilfe Arnsberg

Sabine Kaufmann
Tel.: 0171 / 28 67 009

Wildkatzensichtungen

Bild: Thomas Stephan BUND

Birgit Jakubzik
Tel.: 0176 / 91 10 13 12
Email: Birgit.Jakubzik@bund.net

Wildkatzenbotschafterin und Sprecherin BUND-Arnsberg

Suche