Hecken und Feldgehölze

Lebensräume schaffen – Schöpfung bewahren

Hecken und Feldgehölze sind wichtige Lebensräume und Teillebensräume für Kleinsäuger (Spitzmäuse), Mittelsäuger (Mauswiesel, Iltis, Fuchs, Feldhase, Steinmarder usw.), Vögel (Nistmöglichkeiten, Jagdgebiet, Ansitz), Wildbienen sowie Weg- und Grabwespen (Nistmöglichkeiten, Jagdgebiet, Blütenangebot) und Spinnen (Struktur für Netzbau) und andere Insekten. Bewusst wurden bei der Pflanzaktion im Binnerfeld heimische Pflanzen wie Weißdorn, Schlehe und Heckenrose gewählt.

In Zeiten eines globalen und regionalen Artensterbens sind auch Kleinbiotope im Garten sehr wichtig. Je größer und breiter die Hecke, desto besser!

Aber nicht nur private Gartenbesitzer, sondern auch Kommunen und Landwirte können mit einer richtig angelegten und entsprechend gepflegten Hecke sehr viel für den Natur- und Artenschutz tun. Umso wichtiger ist es, bei ihrer Pflege einige Regeln zu beachten.

Je weniger Eingriffe umso besser!

Bitte vermeiden Sie groß angelegte Rodungsaktionen bis auf Bodennähe, schneiden Abschnittweise und bieten Ausweichmöglichkeiten für die Tiere.

 

Die richtige Heckenpflege:

Im Frühjahr ist Brutsaison der Vögel. Sie beginnen in Bäumen, Büschen und Hecken Nester zu bauen. Von März bis September ist es deshalb nicht erlaubt, Bäume zu fällen oder Hecken und Bäume stark zu beschneiden. Der genaue Zeitraum, in dem das Schneiden und Fällen untersagt ist, wird von den jeweiligen Kommunen geregelt.

Der beste Zeitpunkt dafür ist Oktober oder November. Dann sind Jungvögel bereits flügge, und Bäume und Sträucher haben Vegetationsruhe. Es empfiehlt sich, die Hecken erst am späten Nachmittag zu schneiden, da bei Sonnenschein die Schnittstellen zu sehr austrocknen.

Wenn die Hecken im Frühsommer ausgetrieben haben, kann man sie jedoch VORSICHTIG zurückschneiden. Kleinere Äste sind zu diesem Zeitpunkt gut kompostierbar. Wichtig ist die genaue Prüfung, ob sich im Astwerk Nester befinden. Ist das der Fall, muss der Schnitt verschoben werden. Übrigens: Manche Vogelarten brüten noch bis Ende Juli und auch Igel können unter Hecken und Büschen ihre Heimstatt haben.

Um Heckenbewohnern Ausweichmöglichkeiten zu bieten, ist es ratsam, beim Schneiden abschnittsweise vorzugehen. Verästelungen, sollten stehen gelassen werden, da dort Vögel bevorzugt ihre Nester bauen. Je mehr Hecke stehen bleibt, desto besser ist es für die Tiere.
Die Hecke ist immer auch ein ökologisch wichtiges Verbundsystem und Verbindungsweg von Tier- und Pflanzengemeinschaften. Hecken zählen zu den sog. Linienbiotopen, die linienhafte Verbindungen und Austauschmöglichkeiten zwischen verschiedenen Biotopen und Lebensbereichen herstellen.

Werden abgeschnittene Äste und Zweige an den Fuß der Hecke gelegt, können viele Tiere dies als zusätzliches Versteck nutzen.

Wer Neupflanzungen plant, sollte möglichst heimische Bäume und Sträucher wählen, da dies automatisch ansässige Tiere schützt. Die Tierwelt hat sich sehr gut an die hiesigen Pflanzen angepasst. Auf Eichen können beispielsweise bis zu 300 Insektenarten leben. Bei Kastanien sind es lediglich vier.

Der Neuntöter ist ein bezeichnender Vertreter der Vogelwelt der Dornstrauchhecken. Typische Heckenbrüter sind auch Goldammer und Dorngrasmücke. In artenreichen Hecken, aus heimischen Pflanzen, haben Biologen mehr als 900 verschiedene Tierarten nachgewiesen.

Viele Pflanzen sind von der Bestäubung durch bestimmte Insekten abhängig. Und auf heimischen Gehölzen leben bis zu sechsmal mehr Raupen als auf fremdländischen Sorten. Dies zu beachten ist wichtig, da Raupen die wichtigste Nahrungsquelle für Jungvögel sind.

Besonders günstig ist es, wenn Hecken in mehreren Reihen gepflanzt werden. Umrahmt man sie zusätzlich mit Wildkräutern, können durch die vielen dort wohnenden Nützlinge Schädlingsplagen effektiv abgewehrt werden.

Wer wenig Platz hat, kann die Himbeere oder Wildrosenarten wie Zimt-, Apfel- oder Filzrosen als Hecke wählen. Wenn Sie Schlehe, Weißdorn oder Holunder pflanzen, können Sie sich im Sommer auch an ihren Früchten erfreuen.

 

Weitere Infos zur Heckenpflege und Quellen siehe:

http://www.bund-rvso.de/hecken-heckenpflege.html

https://www.bund.net/bund-tipps/detail-tipps/tip/beim-schneiden-von-baum-und-hecke-die-voegel-schuetzen/



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BUND Fledermaushilfe Arnsberg

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