Wodurch Fledermäuse besonders gefährdet sind

 

Fledermäuse sind in ihren Beständen stark bedroht. Wir möchten ihnen zeigen, wie Sie mit ganz einfachen Maßnahmen zum aktiven Schutz dieser nächtlichen Insektenjäger beitragen können. Bitte helfen Sie mit und geben Sie den Fledermäusen eine Zukunft!

 

Im Lebensraum

Baumfällungen und Baumpflege: Baumfällungen stellen für baumbewohnende Fledermausarten die größte Gefahr dar. Fledermäuse senken ihre Körpertemperatur beim Schlafen ab, deshalb können Sie bei Gefahr nicht einfach wegfliegen wie ein Vogel. Sie brauchen ca. 5 - 10 Minuten, bevor sie ihren Körper auf Flugtemperatur gebracht haben, im Winterschlaf sogar noch länger. Somit haben sie keine Chance bei Baumfällungen zu entfliehen. Oft werden Tiere lebendig zersägt, Splitter dringen tief in ihre Körper, es kommt zu Quetschungen und Knochenbrüchen. Wenn nicht sofort fachkundige Hilfe vor Ort ist, können bei einer Baumfällung Hunderte von Fledermäusen zu Tode kommen.

Unsere dringende Bitte: Bevor Sie einen Baum fällen (oder fällen lassen), lassen Sie diesen bitte fachkundig auf Höhlen und diese mit einem Endoskop auf Fledermäuse untersuchen. Gleiches gilt auch für größere Baumpflegemaßnahmen, weil sich in dickeren Ästen Hohlräume befinden können.

Kamine und Öfen: Viele Fledermäuse suchen zur kalten Jahreszeit die vom Schornstein abgestrahlte Wärme. Leider führt sie die Suche nach dem warmen Versteck manchmal in das glatte Ofenrohr, das kein Hochklettern ermöglicht und zur Todesfalle wird. Die Tiere fallen hinein und verbrennen qualvoll.

Unser Tipp: Bringen Sie bitte ein dicht anliegendes Gitter über der Schornsteinöffnung an, so schützen Sie nicht nur Fledermäuse, sondern auch Vögel. Sicher ist der Schornsteinfeger dazu bereit, bei der nächsten Reinigung ein vorbereitetes Gitter über das Rohr zu stülpen. Und schauen Sie bitte öfters mal im Kamin nach, ob nicht eine Fledermaus hineingeraten ist!

Windkraftanlagen: Windkraftanlagen helfen uns, den Ausstieg aus der Atomkraft zu realisieren. Gleichzeitig entstehen durch sie andere Gefahren wie Vogel- und Fledermausschlag.

Lebensmittel bzw. Ernährung: Durch Monokulturen und intensive Landwirtschaft wird wertvoller Lebensraum für Fledermäuse vernichtet. Auch der Einsatz von Pestiziden, der die Insekten vergiftet, führt zum Tod von Fledermäusen und Vögeln, die das Gift über ihre Beutetiere aufnehmen.

Unsere Tipps: Kaufen Sie möglich Produkte mit Biosiegel. Gestalten Sie Ihren Garten naturnah, Vogel- und Fledermausfreundlich!

Informationen: Wichtige Tipps für einen fledermausfreundlichen Garten finden Sie unter http://www.bund-fledermauszentrum-hannover.de/fledermausschutz/garten_fuer_fledermaeuse/

 

Rund um´s Haus

Fenster: In Sommernächten kann es zu Einflügen in Wohnungen durch gekippte Fenster kommen. Die Tiere finden bei gekippten Fenstern den Ausflug nicht mehr und verenden oft in den Wohnungen.

Informationen: "Fledermaus gefunden - was nun?" http://www.fledermausschutz.de/schnelle-hilfe/

Unser Tipp: Verwenden Sie zur Vorbeugung einfache Fliegengitter vor dem Fenster! Beachten Sie auch, dass Fledermäuse gern in Rolladenkästen, Fenster- und Türspalten sitzen. Seinen Sie bitte besonders umsichtig, dass Sie kein Tier einklemmen.

Todesfallen: Fledermäuse und auch Singvögel kommen meist zu Tode, wenn sie in offene Gefäße wie Gießkannen, Regentonnen, leere Blumentöpfe, Eimer o.ä. fallen, die offen im Garten oder auf dem Balkon abgestellt sind. Auch Fliegenfallen könnten nicht nur für Insekten zur Falle werden, sondern auch für Fledermäuse können Sie gefährlich sein.

Unser Tipp: Achten Sie bitte auf offen stehende Gefäße im Außenbereich, ggf. decken Sie diese ab. Verzichten Sie bitte auf die Verwendung von Fliegenklebefallen vor allem auch in Gebäudeteilen, in denen Fledermäuse wohnen könnten (Dachboden, Stallgebäude usw.)

Holzschutzmittel: Die chemischen Zusätze in Holzschutzmitteln sind für Fledermäuse oft giftig.

Unser Tipp: Verwenden Sie nur umweltfreundliche Holzschutzmittel. Entsprechende Auflistungen finden Sie unter www.fledermauskunde.de Kapitel "Fledermausschutz"

Dach- / Gebäudesanierungen oder-abrisse: Bitte lassen Sie durch Fachleute prüfen, ob in einem zu sanierenden oder abzureißenden Gebäude Fledermäuse wohnen. Gern beraten wir Sie zu diesem Thema, bitte sprechen Sie uns an.

Unser Tipp: Schaffen Sie bei Sanierungen oder Neubauten Quartiere für Fledermäuse. Es ist ganz einfach und preisgünstig.

Was Sie noch tun können: Bieten Sie Fledermäusen ein Quartier an. Fledermauskästen oder auch spezielle Dachziegel gibt es in den verschiedensten Ausführungen. Die Kästen sollten möglichst hoch hängen und der Einflugbereich frei sein. Bieten Sie bevorzugt Ganzjahresquartiere an, um auch eine Überwinterung zu ermöglichen. Von Vorteil ist die Anbringung von mehreren Quartieren zu unterschiedlich exponierten Seiten, da die Tiere je nach Temperaturanspruch das Quartier wechseln. Hängen Sie die Kästen immer so auf, dass Marder und Katzen nicht an sie herankommen können. Wenn Sie den Fledermäusen einen Einflug in den Dachboden, z.B. durch separate Dachziegel, gewähren möchten, achten Sie ebenfalls darauf, dass Marder, Katzen und auch Eulen keinen Zugang zum Dachboden haben. Beachten Sie bitte, dass einmal geöffnete Dachböden nicht mehr versiegelt werden dürfen. Denn dadurch könnten einzelne Tiere bzw. eine ganze Kolonie eingeschlossen werden und verhungern.

Informationen: http://www.bund-fledermauszentrum-hannover.de/fledermausschutz/fledermauskaesten/

oder http://www.bund-fledermauszentrum-hannover.de/

 

 

Langohrfledermaus


Bild: Sabine Kaufmann

BUND Fledermaushilfe Arnsberg

Sabine Kaufmann
Tel.: 0171 / 28 67 009

Wildkatzensichtungen

Bild: Thomas Stephan BUND

Birgit Jakubzik
Tel.: 0176 / 91 10 13 12
Email: Birgit.Jakubzik@bund.net

Wildkatzenbotschafterin und Sprecherin BUND-Arnsberg

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