BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Singvogelschutz und Hilfe im Hochsauerland

 

Die BUND-Kreisgruppe HSK freut sich, ab sofort neben der BUND-Fledermaushilfe Arnsberg und der BUND-Greifvogelstation HSK, nun auch die BUND-Singvogelstation HSK in Sundern aufbauen zu können.


Die BUND-Singvogelstation HSK wird von unserem BUND-Mitglied Esther Rossa in Sundern betrieben. Esther betreibt die Singvoglstation seit 3 Jahren. Die Auffangstation für Küken und ausgewachsene verletzte Singvögel, ist bei der Unteren Naturschutzbehörde des HSK angemeldet und genehmigt.


Mit viel Sachverstand und leidenschaftlichem Einsatz konnte Esther Rossa im Jahr 2021 von den 522 aufgenommenen Wildvögeln 319 Vögel erfolgreich wieder auswildern.


Die versorgten Vögel gehörten insgesamt 43 heimischen Arten an. Am häufigsten wurden Haussperlinge, Amseln, Kohlmeisen und Rotkehlchen zur Pflege gebracht. Aber auch Rauch- und Mehlschwalben, Mauersegler, Buntspechte, ein Grünspecht, eine Goldammer, Stieglitze, Grünfinken, Wacholderdrosseln, Zilzalps und Zaunkönige.

 

Die Gründe für eine notwendige Versorgung der Vögel sind neben Nestabstürzen bei Starkregen oder Sturm, aus dem Nest gefallene Küken. Auch werden Vögel durch Hunde oder Katzen verletzt oder durch erlittene Anflugtraumata bei Zusammenstößen mit Fensterscheiben oder Fahrzeugen.


Auffallend häufig sind die Probleme durch Menschenhand verursacht. Wenn in der Schutzzeit (01.03. – 30.09.) Hecken gerodet werden, Bäume gefällt oder Nester am oder im Haus entfernt werden. Obwohl dies alles laut § 44 Bundesnaturschutzgesetz verboten ist.


Hier heißt es: "Es ist verboten,

1. wild lebenden Tieren der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören, 

2. wild lebenden Tieren der streng geschützten Arten und der europäischen Vogelarten während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten erheblich zu stören; eine erhebliche Störung liegt vor, wenn sich durch die Störung der Erhaltungszustand der lokalen Population einer Art verschlechtert,

3. Fortpflanzungs- und Ruhestätten der wild lebenden Tiere der besonders geschützten Arten aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören."

Finder von hilfsbedürftigen Vögeln sollten sich nicht selbst an die Versorgung begeben, sondern immer um fachkundigen Rat fragen.

So sind im Jahr 2021 alleine durch Fehlfütterung oder falsche Erstversorgung 72 Vögel bei Esther Rossa verendet. So wurde den Vögeln zum Beispiel Wasser in den Schnabel gegeben. Da sich die Luftröhre im Schnabel der Vögel befindet, ertrinken diese. Oder die Vögel wurden mit nicht artgerechtem Futter gefüttert. So entstehen Fehlentwicklungen, die sich nur schwer korrigieren lassen. Bei einem Gespräch kann vorab geklärt werden, ob und in welcher Form der Vogel Hilfe benötigt.


Wenn dann die Zeit der Ästlinge gekommen ist, Jungvögel werden von den Eltern am Boden oder im Gebüsch weiter versorgt, steigt die Zahl der gefundenen Vögel dramatisch an. Jeder meint, helfen zu müssen. Der Vogelkundige weiß, dass die Vogeleltern nicht weit entfernt sitzen.


Ein Gutteil der Fundvögel verendet durch übertrieben Hilfe.


Bei Fragen bitte an die BUND-Singvogelstation HSK

Esther Rossa, Sundern wenden.


Tel.: 0152 54231461, Spenden für die Singvogelstation

 

Auf facebook ist unsere Singvogelstation HIER zu erreichen.


 

Bilder: Esther Rossa
Quelle: http://www.bund-hochsauerlandkreis.de/themen/bund_singvogelstation_hsk/