Basstölpel in Linnepe

Einen ganz seltenen Gast hat es in unserer BUND Wildvogelhilfe HSK in Linneperhütte bei Claudia Haardt gegeben: Dieser Basstölpel Jungvogel wurde am 6. Januar 2022 erschöpft in Sundern-Linnepe gefunden und gesichert. Laut NW-Ornithologen ist dies der erste Lebendfund in NRW. Bisher gab es in NRW nur einen Todfund, der im Museum Koenig in Bonn ausgestellt wird. Der Jungvogel wurde einen Tag später dem Wasservogelexperten Ewald Ferlemann übergeben und dort aufgepäppelt. Nach erfolgter Genesung wurde der Basstölpel von Herrn Ferlemann zur Seevogelstation nach Norden-Norddeich gebracht. Von hier aus konnte er erfolgreich über der Nordsee freigelassen werden.

Dieses geschah noch vor dem Ausbruch der Vogelgrippe in der Wildvogelauffangstation von Ewald Ferlemann. Hier mussten in der letzten Woche 120 zum Teil streng unter Artenschutz stehende Wildvögel vorsorglich getötet werden.

 

Sundern: Vom großen Glück des abgestürzten Tölpels

Ein Basstölpel im Glück. WP vom 09.02.2022

Nach seinem Absturz in Linnepe wird er nun nochmals gerettet.

Die Lebenswirklichkeit der Basstölpel zeigt eher, dass sie so eine Art Pechmarie unter den Vögeln sind. Nicht umsonst leitet sich der Name von den etwas tölpelhaften Starts und Landungen ab. Und nicht zuletzt, weil viele Exemplare früher auf ihren ausgedehnten Atlantikflügen erschöpft und hoffnungsfroh auf Schiffen landeten – und später im Kochtopf.

Was aber der junge Basstölpel, der Anfang Januar in Linnepe gefunden wurde (unsere Zeitung berichte), erlebt hat, ist grenzenloses Glück. Das kann er nun wieder über dem Atlantik genießen.

„Unwahrscheinlich viele Zufälle haben diesem Vogel zum Glück verholfen“, meint auch der Ornithologe Herbert Bartetzko aus Weninghausen, der sich um den jungen Basstölpel gekümmert hat.

Aber von vorn: Am 6. Januar hört ein Linneper Bürger einen lauten Knall und entdeckt den Vogel vor seiner Garage. Er informiert die Vogelaufzuchtstation des BUND von Claudia Haardt in Linneper Hütte. Dort holt man schnell Vogelkundler Herbert Bartetzko hinzu, um den Vogel überhaupt einordnen zu können: „Es ist ein junger Basstölpel“, erklärt der Vogelkundler. Aber auch er muss erst nachschlagen, denn das Federkleid eines ausgewachsenen Exemplars ist weiß, dieser war grau.

Wie er nun gerade nach Linnepe gekommen ist, da hat Bartetzko nur Mutmaßungen: „Vielleicht hat er sich im Hochnebel über der Küste verirrt.“ Man wisse, dass Basstölpel in der Lage sind, riesige Strecken zu fliegen, da sie dafür hervorragende Körpermaße haben.

Vermutlich, man kennt das aus der Literatur, ist er dann rein zufällig über Linnepe abgestürzt.

Wenige Tage danach bringt Bar­tetzko den jungen Basstölpel in die Aufzuchtstation von Ewald Ferlemann in Dortmund-Dorstfeld. Der Ornithologe hält dort an die 100 Wildvögel und bekommt auch ständig neue Exemplare, weil sein ausgezeichneter Ruf unter den Kollegen bekannt ist. Dort erholt sich der jungen Basstölpel dann schnell.

Nach zwei Wochen findet Ferlemann, dass sich der Basstölpel gut erholt hat. Zwar war zunächst eine gemeinsame Fahrt zum Auswildern geplant, doch Ferlemann handelt dann ganz schnell und bringt den Tölpel zur Auswilderungsstation in Norden-Norddeich, die der Auffangstation für Seehunde angegliedert ist. Ein absoluter Glücksfall für den Tölpel.

Zurück in Dorstfeld helles Entsetzen: „Dortmund hat den ersten Fall von Vogelgrippe“ titeln die Zeitungen dort. Und das Entsetzen nimmt bei den Tierfreunden im Linnepetal zu, als dort bekannt wird, dass es nun auch die Auffangstation von Ewald Ferlemann getroffen hat. In den Volieren des Vogelspezialisten mussten in der Folge in der vorletzten Woche 120 zum Teil streng unter Artenschutz stehende Wildvögel unterschiedlichster Arten vorsorglich getötet werden.

„Für den Betreiber Ewald Ferlemann war die Auffangstation das Lebenswerk“, erklärt Bartetzko. Ferlemann will sich verständlicherweise nicht zu all dem äußern, was in den vergangenen zwei Wochen passiert ist.

Auch bei den Helferinnen und Mitarbeitern der BUND-Auffangstation in Linneperhütte ist die Enttäuschung darüber groß, aber zugleich herrscht auch Freude. Denn zunächst ging man vom Schlimmsten aus, dann wurde bekannt, dass praktisch wenige Tage vor der Keulung der kleine Basstölpel nochmals dem Schicksal entronnen war: „Das ist kaum zu glauben, was dieser Vogel für ein Glück hatte“, sagt Herbert Bartetzko.

Aus Norddeich kommen dann Mitte der vorigen Woche weitere gute Nachrichten: Der junge Basstölpel hatte sich auch dort so gut von der langen Fahrt nach Norddeich erholt, dass er von den Mitarbeitern in einem großen Käfig auf einem Kutter mit auf die Nordsee genommen wurde: „Und dort – weit vor der Küste entfernt – wurde er in die Freiheit entlassen und fliegt jetzt über dem Atlantik“, erzählt Herbert Bartetzko vom Ende der Geschichte, die eigentlich der Anfang eines neuen Lebens für den jungen Basstölpel, eigentlich Glückstölpel, ist.

Staat­lich an­er­kann­te Be­treu­ungs­sta­ti­on:

Die See­hund­sta­ti­on Na­tio­nal­park-Haus im Nor­de­ner Stadt­teil Nord­deich ist die ein­zi­ge in Nie­der­sach­sen staat­lich an­er­kann­te Be­treu­ungs­sta­ti­on für Mee­res­säu­ger. Es gibt sie seit 1971.

Zwi­schen 80 und 180 ver­wais­te See­hun­de, aber auch Kegel­robben wer­den hier pro Jahr auf­ge­zo­gen und bei­spiels­wei­se auf einer Sand­bank am öst­li­chen Ufer Nor­der­neys wie­der in die Nord­see zu­rück­ge­bracht.

Die Sta­ti­on ist zu­stän­dig für das ge­sam­te nie­der­säch­si­sche Wat­ten­meer, das als Na­tio­nal­park und Welt­na­tur­er­be be­son­de­ren Schutz ge­nießt.

Über 100 eh­ren­amt­li­che Mit­ar­bei­ter – zu­meist Wat­ten­jagd­auf­se­her ent­lang der nie­der­säch­si­schen Küste und auf den Ost­frie­si­schen In­seln – un­ter­stüt­zen die Ar­beit der Sta­ti­on.

https://www.radio912.de/artikel/vogelgrippe-in-privater-auffangstation-in-dorstfeld-1202725.html

https://www.wp.de/staedte/sundern/sensation-basstoelpel-fliegt-von-helgoland-bis-sundern-id234278429.html

https://www.wp.de/staedte/sundern/sundern-vom-grossen-glueck-des-abgestuerzten-toelpels-id234521663.html



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